5G – Mobilfunk Revolution

5G – Mobilfunk Revolution

So wird 5G – die nächste Mobilfunk-Revolution

Auf unvorstellbare 110 Exabyte pro Monat wird das Datenvolumen in den Mobilfunknetzen bald wachsen. Bewältigt werden kann dies nur mit Netzen nach 5G-Standard. Sie werden extrem schnell und teuer – bezahlen müssen die Kunden.

Die Mobilfunkanbieter stehen vor einem Dilemma…

Einerseits wird die Nachfrage nach Datendiensten in ihren Netzen in den kommenden sechs Jahren um mehr als das Zwölffache wachsen. Andererseits können sie diese gewaltige Menge an Daten künftig nur verarbeiten, wenn sie ihren Kunden dazu bewegen, höhere Preise zu zahlen. Das ist die Erkenntnis des neuesten „Mobility Report“ des schwedischen Mobilfunktechnik-Anbieters Ericsson, der sich selbst von der anstehenden Mobilfunk-Revolution lukrative Geschäfte verspricht.

Die Experten des Technologiekonzerns erwarten ein Wachstum des weltweiten Datenvolumens von aktuell 8,8 auf gigantische 110 Exabyte pro Monat. Ein Exabyte entspricht einer Million Terabyte. Schon in den vergangenen zwölf Monaten nahm der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen um 65 Prozent zu. Damit operieren viele Betreiber am technischen Limit.

 

Infografik 1: Die Welt

Um die weitere Explosion des Datenverkehrs bewältigen zu können, müssen sie ihre Infrastruktur auf den kommenden Netzstandard 5G (5. Generation) aufrüsten. 2023 sollen bereits eine Milliarde Geräte weltweit über 5G Zugang zum mobilen Internet und VoIP-Telefonie haben.

Die Technologie hat allerdings einen Haken: Sie ist deutlich teurer als der Vorgängerstandard LTE. Ihr Ausbau könnte allein in Europa eine halbe Billion Euro verschlingen. Ob die Kunden bereit sind, für mehr Tempo und mehr Datenvolumen auch mehr zu bezahlen, erscheint dagegen fraglich.

 

Europa hinkt bei LTE-Verträgen hinterher

Schon beim Umstieg auf LTE hinkt Europa hinterher. Laut Ericsson nutzen bislang nur knapp die Hälfte aller Mobilfunkgeräte auf dem Kontinent LTE; in den USA und Asien sind fast 80 Prozent der Nutzer per LTE im Netz. Daher ist fraglich, wie schnell die europäischen Anbieter auf den 5G-Zug aufspringen.

 

Infografik 2: Die Welt

Derzeit wird der technische Standard für 5G definiert, im Juni kommenden Jahres soll er veröffentlicht werden. Die entsprechenden Antennen, Modems und Mobilfunk-Chips werden momentan entwickelt. Anders als bei LTE werden 5G-Geräte im hohen Gigahertz-Frequenzbereich funken. Bei Frequenzen von bis zu 100 Gigahertz können die Anbieter künftig extrem hohe Datenübertragungsraten für sehr viele Mobilfunkgeräte gleichzeitig realisieren, ohne dass sich die Empfänger gegenseitig stören. Soweit die Theorie.

Der Haken daran: Je höher im Frequenzband eine Funkverbindung angesiedelt ist, desto geringer ist ihre Reichweite und desto eher lässt sie sich von physischen Hindernissen dämpfen, beispielsweise von Gebäuden. Auf dem Land wie in der Stadt müssten für eine flächendeckende Versorgung viele neue Antennen aufgestellt werden.

 

Kosten und fehlender Standard machen Netzbetreiber skeptisch

Im Kleinen funktioniert das Supernetz schon. Der Chipentwickler Qualcomm demonstrierte Mitte Oktober die erste Mobilfunk-Verbindung eines Smartphones über ein 5G-Netzwerk mit einem neuentwickelten „Snapdragon X50“-Modem-Chip. Allerdings war die Bandbreite der Funkstrecke mit einem Gigabit pro Sekunde noch langsamer als die aktuell schnellsten LTE-Verbindungen.

Die Chefs der Mobilfunkanbieter sind angesichts der noch fehlenden Standards und der hohen Kosten für neue Technik skeptisch. Auf der Fachmesse „Mobile Broadband Forum“ in London fragten Mitte November viele, warum sie überhaupt so schnell in 5G investieren sollen.

Außerdem erscheint es aus Sicht der europäischen Netzbetreiber fraglich, ob ihre Kunden bereit sein werden, für 5G-Tempo noch mehr zu bezahlen. Das müssten sie aber, um den teuren Netzausbau zu bezahlen. Telekom-Chef Timotheus Höttges taxierte den 5G-Ausbau der Netze in Europa Anfang des Jahres auf bis zu 500 Milliarden Euro.

Noch teurere Verträge wären vor allem für deutsche Kunden ein Ärgernis. Sie zahlen im europäischen wie im internationalen Vergleich bereits jetzt relativ viel für ihre Datenverbindungen. Für sechs Gigabyte pro Monat müssen die Deutschen etwa 30 Euro einplanen, in Frankreich gibt es für 20 Euro dagegen bereits 50 Gigabyte pro Monat. In skandinavischen Ländern, Japan und Südkorea surfen die Kunden ohnehin ohne Datenlimit.

Die Ericsson-Studie geht davon aus, dass mit der Verfügbarkeit von 5G die Limitierung des Datenvolumens fällt, weil sie technisch unsinnig wird: Mit einer Gigabit-Verbindung wäre ein klassisches 5-Gigabyte-Datenvolumen bereits nach einer Minute erschöpft. Weltweit nutzen schon heute ein Drittel aller Mobilfunkkunden Tarife mit mindestens 5 Gigabyte Monatsvolumen.


Inhaltsquelle: welt.de

Über den Autor

Teben-IT administrator

Schreibe eine Antwort